Der salon adler & soehne am 23.2 mit einer Zeitreise ins Wien der Vorkriegsjahre – allerdings nicht in die Nischen der Kaffeehausliteraten, sondern auf den Fußballplatz. Der Autor und Zeichner Sascha Dreier führt uns in die Welt der österreichischen Stürmer-Legende Matthias Sindelar, dessen Geschichte er in seinem großen grafischen Roman »Der Papierne« erzählt: vom Aufstieg des österreichischen Wunderteams, dem Heraufziehen des Nationalsozialismus, bis zum rätselhaften Tod Sindelars. Der Journalist Christoph Biermann spricht mit Dreier über diese für den modernen europäischen Spitzenfußball prägende Zeit, die tragische Biographie des Stürmers. Genauere Informationen zum Buch und zum Salon hier.
salon adler & söhne
SOUPANOVA
Stargarder Str. 24
Berlin
Kurz sei hingewisen auf die Bürostory anlässlich des ersten Salons Adler & Söhne im KulturSpiegel.
In unserem Eröffnungssalon trifft die Autorin und Grafikerin Judith Schalansky (»Atlas der abgelegenen Inseln«) auf den Urvater aller deutschen Südseeklischees: den Weltreisenden und Dandy Otto Ehrenfried Ehlers und seinen Samoa-Bericht aus dem Jahr 1896 – gelesen von seinem Wiederentdecker, dem Autor und Lektor Axel von Ernst (Lilienfeld Verlag). Wir werden Geschichten hören über Orte am Ende der Welt, die wir nie besucht haben und auch nie besuchen werden, über das wunderbare doch mühsame Handwerk der Kartographie – und über die Kunst, sich der Insel als Sehnsuchtsziel zu nähern, ohne ständig in die Exotismusfalle zu tappen. Das alles vor der Palmentapete des Soupanova, Begrüßungscocktail inklusive! Mehr hier.
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SOUPANOVA
Stargarder Str. 24
Berlin
In der Onlineversion der ZEIT erscheint eine Weihnachtsgeschichte: “Der Weihnachtsmann rasiert sich” - die Geschichte des gut gekleideten, aber unrasierten Anwalts Fiedler, der ins verschneeregnete Sauerland fährt, handgreiflich wird, und trotzdem ein Geschenk bekommt.
“Capoeira With Heckler & Koch“, the first bit of Ross Benjamin’s English translation of “Funeral for a Dog” (”Bestattung eines Hundes“), scheduled to be published in late 2010 by W. W. Norton, appeared in Words Without Borders a few days ago. Plus a short introduction by David Varno.
Aber keine hochgelegten Füsse. Stattdessen eine ganze Menge anderes: Arbeit an der Lesereihe von adler & söhne im Soupanova Berlin, Übersetzung der wahnsinnig guten Gedichte und Essays Gerald Sterns (kommen im März 2010), Recherchereisen in bisher unbereiste Länder, Blogarbeit, akademische Arbeiten, Erzählungen, Unterricht, Arbeit für eine Fernsehserie, an einem Comicbuch (kommt 2010), am nächsten Roman (kommt 2011), am Drehbuch zu Bestattung eines Hundes (Film kommt 2012). Wird etwas konkret, steht es hier rechtzeitig, und wer vorher Fragen hat, meldet sich einfach kurz.
was mich erstaunt: freitag mit dem zug nach neubrandenburg, preisverleihung in uwe johnsons namen an das hundebuch, mit allem krampf und kampf “abgerungen” oder wie man das nennt, dabei ein kleines publikum, insgesamt ein wenig träge, aber äußerst höflich, eine charmante tristesse, eine sehr rührende laudatio und dann überreicht mir der cdu-stadtpräsident im wahlkampf den preis, ich schüttele die hand und freue mich ehrlichst - uneitel ist eine kunst - tatsächlich aber nicht so sehr über das geld oder den applaus oder sonstwas, vielmehr darüber, dass mich jemand nach uwe johnson fragt, was mir das bedeutet (war mir wichtig in den letzten jahren, hätte ihn gern kennengelernt, aber er hat sich totgetrunken, und depression ist ein drecksack, stelle mir vor, ich hätte ihn mal sprechen können - alte männer erzählen alte, gute dinge: gerald stern und rühmkorf singen zusammen und man merkte in der sekunde nicht einmal, wieviel mehr sie sind: zwei männer, die singen, obwohl sie weinen könnten). das beste gefühl aber am nächsten morgen, als die sonne hochkommt über dem tollense see und ich zwei stunden lang laufe, ehe jemand sonst wach wird, ohne einen einzigen menschen zu sehen (nur einen kiffenden waldarbeiter mit orangener schutzkleidung). was mich erstaunt: dass ich nicht mehr über die figuren des hundebuchs nachdenke, sondern über neue. darauf lange gewartet. lange lange lange. und: dass die dinge sich selbst sortieren, wenn man läuft, das schilf und das grelle licht auf dem see, ich sehe fast nichts vor helligkeit jeneits des schilfs, eine äußere helligkeit, die irgendwann nach innen dringt, eine greifbare, besser: eine flüssige helligkeit (und man ignoriert, was man weiss: dass sie bald wieder auslaufen wird). zurück im hotel dann kirschsaftschorle, das beste getränk der welt. später das buch zugeklappt (in das ich monatelang jede lesung eingetragen habe), zuklappung eines hundebuchs. da möchte man sich bedanken für diese art von vorübergehendem glück und weiss nicht, bei wem.
Im Januar 2010 startet das Büro Adler & Söhne einen monatlichen Salon im Soupanova - Texte, Kunst, Musik, Artistik und tolle Tiere. Am kommenden Montag laden wir schon mal zu einem kleinen Preview ein - ab 20:00 Uhr stellen Tilman Rammstedt und Thomas Pletzinger neues Büromaterial vor: Texte, die im Büro in der Senefelderstraße geschrieben, lektoriert, übersetzt, getippt oder gedruckt worden sind: Texte von Saša Stanišić, Jonathan Lethem, David Berman, Samuel Shimon, Rammstedt und Pletzinger.
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SOUPANOVA
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Berlin
Es gibt Zufälle: Vor ein paar Wochen, Ende Juli, am zwanzigsten, eher aus Versehen in der Germanistik der Uni Hamburg herumgestanden und mit Britt, einem germanistischen Wasserfall, über Max Frisch geredet (auch über Themenwochen in deutschen Mensen, über Müdigkeit und Kinetik) und das Buch seiner Tochter Ursula Priess (das habe sie gerade bestellt). Als ausgerechnet in der Sekunde das Telefon klingelte, als Britt bemerkte, dass ihr ja Briefwechsel im Allgemeinen gefielen. Postkarten und Umschläge, Rilke und Andreas-Salomé, Bernhard und Unseld, Jurek und Johnny Becker, Frisch und Uwe Johnson. Ja, Johnson, “Jahrestage” sei ihr ein wenig zu anstrengend, klar, die Politik darin könne man nur noch mit größter Mühe und einem ebenso dicken Kommentar verstehen, aber das lohne sich wenigstens. Aber, sagt Britt, Internet killed the postcard, und das Fernsehen ruiniere ihre Vorstellungskraft, zum Beispiel: Gesine Cresspahl habe für sie auf ewig das Gesicht von Suzanne von Borsody, D.E. sehe jetzt für immer aus wie Axel Milberg. Und überhaupt: ich solle das Pfeiferauchen beginnen, dann würde ich so aussehen wie Johnson. Und eine Brille! Dann rennt Britt durch die Drehtür nach draußen, es hat aufgehört zu regnen. Auf der Mailbox dann die Nachricht, ich würde den Uwe-Johnson-Förderpreis 2009 gewinnen, herzlichen Glückwunsch. Ich freue mich, die Sonne scheint. Es gibt also Zufälle. Oder Zusammenhänge. Am 20.7 hat Uwe Johnson Geburtstag, er wäre 75 geworden. Herzlichen Glückwunsch.
Am 25. September lese ich also im Schauspielhaus Neubrandenburg aus “Bestattung eines Hundes” - alles Weitere steht hier.
Der Workshop “Auf Montage” an der Leipziger Textmanufaktur - eine Werkstatt zum Thema “literarische Schnitttechniken”, gemeinsam mit dem Hamburger Autor und Schnittspezialisten Nils Mohl:
Filmisches Erzählen, literarische Schnittverfahren – und wie geht das genau? Berlin Alexanderplatz, Pulp Fiction, MTV: Prominente Beispiele für nicht-lineare Erzählmuster kennen wir alle. Und die Struktur gehört neben Stil und Inhalt natürlich zu den entscheidenden Merkmalen einer Geschichte. Nur: Wie macht man den Umgang mit Schnitt-Techniken für die eigene Story wirklich produktiv? Wie setzt man Voraus- und Rückblenden ein? Was ist der strategische Sinn und Gewinn? Wie funktionieren Parallelmontagen? Und wie strickt man aus mehreren Erzählsträngen ein Gewebe mit ästhetischem Mehrwert? Die Antworten gibt der Text. Also werden die vorliegenden Beispiele genau seziert – und im Zweifelsfall nach den Regeln der Kunst dann neu montiert.